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Hohmann ist Europameister Drucken E-Mail

Als gegen 17:30 Uhr die letzte 9 in die linke Ecktasche fiel, reckte Thorsten Hohmann die Faust in den Himmel und eine durchwachsene Woche fand ein glückliches Ende. Der Fuldaer gewann die Europameisterschaft im 9-Ball und damit nach der Weltmeisterschaft den wertvollsten Titel im Billardsport für einen Europäer.  hohmann4

Dabei fing es gar nicht so gut an für den Hessen, denn sowohl im 14/1 als auch im 8-Ball zeigte er zwar gute Leistungen, musste sich aber jeweils mit dem 17. Platz begnügen. Auch im 9-Ball, übrigens die einzige Disziplin, in der es bisher nicht zum EM-Titel reichte, schien zunächst das tschechische Liberec kein gutes Pflaster für Hohmann zu sein. Nach seinem Auftaktmatch gegen den Österreicher Martin Kempter, welches er mit 9:7 gewann, traf er in der zweiten Runde auf den Titelverteidiger und Nationalmannschaftskollegen Ralf Souquet. Dieser spielte nahezu fehlerfrei und kam verdient zum 9:5-Erfolg über Hohmann. Nun musste dieser den langen Weg durch die Verlierrunde gehen, um das Feld der letzten 32 zu erreichen. Ab dort wurde dann im Einfach-KO weitergespielt.

Es schien ein Ruck durch den Domstädter zu gehen, denn nun erlaubte er sich nur noch wenig Fehler und deklassierte seine Gegner reihenweise. Mit 9:3 über den Schweitzer Pascal Nydegger, 9:3 über den Belgier Roy Gerards, 9:4 über den Italiener Bruno Muratore und 9:4 über den Engländer Mathers erreichte er mühelos das Hauptfeld.

Auch dort stellten die ersten Gegner kein Problem dar, sowohl der Pole Mariusz Roter als auch der Albaner Ermal Dyil konnten Thorsten nicht ernsthaft gefährden. Im Viertelfinale wartete mit Nils Feijen ein ganz großes Kaliber auf ihn. Der holländische Erzrivale holte bereits den Titel im 14/1 und konnte die letzten drei Begegnungen gegen Thorsten allesamt deutlich für sich entscheiden. Anfangs sah es auch nach einem weitern Sieg für Feijen aus, schnell führte dieser mit 4:2. Doch nun zeigte Hohmann, warum er zu den besten Spielern der Welt zählt. Mit fehlerfreiem Spiel zog er davon und gewann überraschend deutlich mit 9:5. Seine Freude über diesen Sieg war groß, denn damit hatte er den größten Brocken auf dem Weg ins Finale weggeräumt.

Im Halbfinale gegen den Russen Konstantin Stepanov hatte er ebenso wenig Probleme wie im Finale gegen den Polen Radoslav Babica, der überraschend im zweiten Halbfinale den Titelverteidiger Souquet ausschalten konnte. Hohmann führte im Finale sogar mit 8:0, ehe seine Konzentration etwas nachließ und er noch drei Spiele zum 9:3 Sieg abgab.


Eine weitere höchst erfreuliche Nachricht gibt es auch von den Damen zu berichten. Tanja Kirschmann, ebenfalls vom PBC Fulda, sicherte sich im 14/1-endlos den sehr guten 5. Platz. Ihr Siegeszug durch die komplette Gewinnerrunde konnte letztlich nur von der späteren Titelträgerin und Weltranglistenersten Jasmin Ouschan (Österreich) gestoppt werden. Kirschmann überzeugt im Turnierverlauf aber mit vielen höheren Serien.
Leider konnte die 21-jährige Osthessin dieses Niveau bei den weiteren Disziplinen nicht mehr halten und musste sich im breiten Feld geschlagen geben.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 30. März 2007 )
 
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