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Dominic Jentsch gewinnt Herkules-Open in Kassel Drucken E-Mail

geschrieben von Andreas Hoppe

Die 17. Herkules Open der Billard Union Kassel 2000 e.V. waren wieder nicht nur sportlich ein Leckerbissen, sondern auch insgesamt von der Atmosphäre, der Spiellokalität (Vereinsheim), der Turnierleitung, dem Thekenpersonal, halt allem, so zumindest die Meinung der zahlreichen Spieler und Gäste, die am Samstag und Sonntag dieses Traditionsturnier im Poolbillard in Kassel besucht hatten.

Gleich zu Anfang, am Samstagmorgen trafen auch früh morgens etliche Spitzensportler des Poolbillards aufeinander, so z.B. Christian Weigoni der Bundesligaspieler vom BC Benrath, genauso wie Kevin Becker vom aufgestiegenen 2.Bundesligisten PBC Bork. Das Los wollte es auch, dass diese beiden Spieler um den Einzug in die Finalrunde spielen sollten. Beide hatten Ihre Auftaktspiele recht deutlich gewonnen (6:1 und 6:0). Im zweiten Spiel lauteten die Ergebnisse (6:4 und 6:5). Der direkte Vergleich dieser beiden Ausnahmesportler endete mit einem Sieg für Weigoni (6:4).


Becker schaffte den Einzug über die Verliererrunde, in dem er Michael Scheffler vom BV Schierstein schlug. Der Oberligaspieler aus Hessen hatte zuvor den in Niedersachsen spielenden „Römer“ Mario Quirigoni mit 6:2 nach Hause geschickt. Quirigoni, den alle nur den Römer nennen, da der Italiener gebürtig aus Rom stammt und sein Nachname so unaussprechlich ist, konnte sich dies nicht gefallen lassen und stieg noch mal in die Nachmittagsgruppe ein. Dies ist bei den Herkules Open möglich, da es hier keine Punkte für die Landesmeisterschaft zu sammeln gibt im Gegensatz zum Hessencup. Der „Römer“ spielte in der 2. Gruppe, dann auch wesentlich besser und gewann etliche Duelle mit seiner ihm vertrauten Leichtigkeit, musste dennoch gleich im ersten Spiel erneut auf die Verliererseite, da Andreas Klauser vom PBC Bad Wildungen seinen Tag hatte.

 

Der in der Verbandsliga spielende Wildunger schlug nicht nur den Römer, sondern auch Nico Wehner von der SG Johannesberg und Alexander Usbeck vom SV Gotha.

 

 

 

 

Beide hatten ihr Bundesland schon mal auf der Deutschen Meisterschaft vertreten, Wehner hatte dieses Jahr für Deutschland sogar die Silbermedaille mit der Mannschaft bei den Europäischen Meisterschaften errungen. Aber nachdem Wehner seinen jungen Vereinskollegen Raphael Wahl mit 6:2 bezwang, musste er sich gegen seine ebenfalls im gleichen Verein spielende Jasmin Michel mit 5:6 geschlagen geben. Jasmin war neben Nicole Mehren, der dreifachen Landesmeisterin aus Rhein Land Pfalz, eine der wenige Damen die sich trauten in diese „Männerdomäne“ vorzustoßen und dies auch mit entsprechendem Erfolg.


Der Erfolg wollte sich jedoch bei der Rheinlandpfälzerin auch nicht sofort einstellen. Im ersten Spiel der Abendgruppe musste sie sich Dominic Jentsch mit 6:0 geschlagen geben. Dies war nicht so kennzeichnend, da Jentsch alle seine drei Sätze souverän mit 6:0 zum Einzug in die Finalrunde beendete.

 

Dennoch war Nicole mit Ihrer Leistung nicht zufrieden. Sie konnte aber in den darauffolgenden Spielen ihre Leistung bis zum alles entscheidenden Spiel gegen den Kasseler Norbert Spindler sehr gut steigern. Spindler ließ ihr aber zum Anfang des Satzes mit seinem guten Stellungs- und Lochspiel keine Chance und führte schnell 5:0. Nachdem der Spieler der BU Kassel jedoch die letzte 9 knapp verschoss, nutze Mehren diese Chance konsequent für Ihre Aufholjagd. Spiel um Spiel kehrte sie die vorbeschriebene Situation um und nach weiteren 4 Spielen stand es 5:5. Das letzte Spiel musste alles entscheiden, es kam zum so genannten Showdown. Leider verschoss nun die Rheinlandpfälzerin Ihrerseits die letzte alles entscheidende 9 zum Sieg. Spindler musste eine lange 9 lochen, die misslang. Wieder war es Mehren die nun einen Lochversuch über Bande in die Mitte startete; daneben. Dem Kasseler blieb wiederum nur die lange Position auf die 9 übrig, aber auch dieser Stoß misslang. Nicole entschied sich diesmal, statt des v.g. Bandesstoßes in die Mitte für eine Sicherheitsvariante. Spindler hatte jetzt nur die Möglichkeit die 9 lang über eine Bande zu lochen und absolvierte diesen doch so schweren Stoss mit äußerster Bravour zum 6:5 Sieg.
Leider reichte dies dennoch nicht zum Einzug in die Finalrunde. Der anschließende Satz ging knapp 5:6 gegen ihn aus.

Die Finalrunde am Sonntagsnachmittag wurde eindeutig von 4 Herren dominiert: Jentsch, Weigoni, Damm und Wehner. Damm der in seiner Vorrunde seine Gegner durch seine ruhige, aber technisch ausgereifte, Art und Weise überzeugte und auch bezwang, führte dies in der Finalrunde weiter aus. Mit einem eindeutigen Ergebnis von 7:1 bezwang er Kevin Becker und anschließend auch Mathias Ade, um danach im Halbfinale auf Nico Wehner zu treffen, der seine beiden Gegner ebenfalls mit diesem Punktestand besiegte.


Die Finalrunde am Sonntagsnachmittag wurde eindeutig von 4 Herren dominiert: Jentsch, Weigoni, Damm und Wehner. Damm der in seiner Vorrunde seine Gegner durch seine ruhige, aber technisch ausgereifte, Art und Weise überzeugte und auch bezwang, führte dies in der Finalrunde weiter aus. Mit einem eindeutigen Ergebnis von 7:1 bezwang er Kevin Becker und anschließend auch Mathias Ade, um danach im Halbfinale auf Nico Wehner zu treffen, der seine beiden Gegner ebenfalls mit diesem Punktestand besiegte.

 

 

Jentsch hatte es im oberen Feld schwerer. Zuerst stieß er auf Jasmin Michel, seine Sparringspartnerin, die genauso wie er auch von Michael Wahl, dem hessischen Landestrainer, trainiert wird. Es gab einen ständigen Schlagabtausch bis zum Stand von 4:4, als Jentsch ein „Save“ für sich nutze und das 5:4 bestritt. Das nachfolgende gute Spiel von Jentsch und ein wenig Pech bei Michel führte zum 7:4 Endstand.


Nun wartete Christian Weigoni auf ihn, der zuvor Marco Schmidt mit 7:2 keine Chance ließ. In den ersten 3 Spielen sah es auch so aus, als ob nun das Ende für Jentsch gekommen wäre.

 

 

Schnell stand es 3:0 ohne dass Dominic hätte was machen können. Nach weiteren 6 Spielen hatte sich das Vorzeichen mit 5:4 für Jentsch geändert. Und diesen knappen Vorsprung konnte der in Hannover spielende Jentsch auch bis zum 7:6 für sich retten. Das anschließende Halbfinale zwischen Jentsch und Juri Pisklov vom PBC Bad Wildungen war nicht so spannungsgeladen, da der 17-jährige Jentsch der seit gut einem Jahr verschiedene auch internationale Turniere bestritten und teilweise auch gewonnen hat, darunter z.B. das Juniors World 10-Ball Championship von Lucasi Hybrid und das U.S. Open Amateur 9-Ball Championship von Dragon Promotion, das Spiel ständig dominierte, so dass es zum Schluss 7:4 ausging.


Im zweiten Halbfinale zwischen Damm und Wehner konnte keiner der beiden Kontrahenten sich wirklich absetzen, mal führte Damm mit zwei Zählern mehr, dann schloss Wehner wieder auf. Letztlich musste es kommen wie so oft, beim Stand von 8:8 musste das letzte Spiel entscheiden. Wehner stieß die Partie an, doch Damm war es der diese, nach einer Gesamtspielzeit von gut einer Stunde, mit 9:8 beendete.


 


 


Das Finale hieß also Jentsch gegen Damm; der einstige Schüler gegen den Lehrer in der frühen Jugend. Tom Damm, der eine Billardschule leitet und auch Landestrainer von Thüringen ist, war der einstige Mentor und Lehrer von Dominic. Es war also eine spannungsgeladene Begegnung zwischen den Generationen, wobei beide Sportler auch weiterhin freundschaftlich miteinander verbunden sind. In der Anfangsphase konnte Damm spielerisch noch mithalten, lag jedoch im Ergebnis mit 0:5 weit hinten. Bei den folgenden Spielen musste der 47-jährige dem anstrengenden Halbfinale und dem Altersunterschied dann doch Tribut zollen. Der Jüngere Spieler lochte Ball um Ball und ließ seinen einstigen Trainer in den letzten beiden Spielen gar nicht mehr an den Tisch kommen. Zwei hervorragende An-/Aus-Spiele beendeten die Partie und das Turnier zum 9:0. Der neue Herkules Open Champion heißt Dominic Jentsch und trotz der o.g. internationalen Titel freute er sich über den Pokal und den Sportförderpreis i.H.v. 500,-€, wie jeder andere, der einmal in Kassel dieses Traditionsturnier mitgespielt und gewonnen hat.

 


 


 


Die Ergebnisse der Finalrunde im Einzelnen wie folgt:


Achtelfinale:
Jentsch (Hannover 96) – Michel (SG Johannesberg) 7:4
Weigoni (PBC Fulda) – Schmidt, Marco (SG Johannesberg) 7:2
Schmidt, Ernst (PBC Gera) – Pisklov (PBC Bad Wildungen) 4:7
Spieß (BU Kassel) – Usbeck (SV Gotha) 7:1
Klauser (PBC Bad Wildungen) – Ade (BSV Nürtlingen) 3:7
Damm (PBC Gera) – Becker (PBC Bork) 7:1
Edling (PBC Ronshausen) – Anne (vereinslos) 6:7
Rathmann (Astoria Walldorf) - Wehner (SG Johannesberg) 1:7



Viertelfinale:
Jentsch (Hannover 96) – Weigoni (PBC Fulda) 7:6
Pisklov (PBC Bad Wildungen) – Spieß (BU Kassel) 7:4 
Ade (BSV Nürtlingen) – Damm (PBC Gera) 1:7
Anne (vereinslos) – Wehner (SG Johannesberg) 1:7 


Halbfinale:
Jentsch (Hannover 96) – Pisklov (PBC Bad Wildungen) 9:4
Damm (PBC Gera) – Wehner (SG Johannesberg) 9:8 


Finale:
Jentsch (Hannover 96) – Damm (PBC Gera) 9:0 




Letzte Aktualisierung ( Montag, 29. Dezember 2008 )
 
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