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Michael Scheffler gewinnt Hessen-Cup der Überraschungen Drucken E-Mail
Geschrieben von Marc Zander (PBV Hochheim) 

Viele bekannte Namen hatten sich zu Jahresbeginn für den zweiten 8-Ball-Hessencup im neuen Vereinsheim des PBV Hochheim angemeldet und gleich mehrere von ihnen mussten ihre Queues früher wieder einpacken als ihnen lieb war. Während sich in der Auftaktgruppe am Samstag um 10:00 Uhr mit Marco Schmidt (SG Johannesberg), Bernd Jungmann (PC Mörfelden), Christian Fachinger (BC Wiesbaden) und Michael Scheffler (BV Schierstein) noch zu erwartende Namen durchsetzen konnten, begann in der Mittagsgruppe dann das große Favoritensterben. 

Die Youngster Nico Wehner (SG Johannesberg) und Dominic Jentsch (Hannover 96) hatten mit Sicherheit nicht damit gerechnet, dass es keinem von beiden gelingen würde, die Vorrundenphase zu überleben.
Wehner schaffte es zwar nach einer Niederlage zu Beginn in den folgenden zwei Partien sein Spiel durchzuziehen, doch war dann auch für ihn schon Endstation.
Noch frustrierender war der Tag für Jentsch, der bereits nach zwei Partien aus dem Hessencup ausgeschieden war.
Umso besser lief es dafür bei anderen. Christian Maxeiner aus Limburg machte kurzen Prozess und qualifizierte sich mit 4:0, 4:1 und 4:0 im Eiltempo für die Endrunde.
Ebenfalls ohne große Mühe tat es ihm Christoph Möhringer vom BV Schierstein gleich. Auf der Verliererseite kam es dann zu den ersten positiven Überraschungen des Hessencups. Der junge Phil Merz, der normalerweise in schwäbischen Gefilden für die BF Nagelsberg an die Tische geht, erkämpfte sich hier einen der begehrten Finalplätze.
Besonders groß war der Jubel im Vereinsheim des PBV Hochheim als mit Mario Mahler, der unter anderem Wehner aus dem Turnier warf, ein Hochheimer das Ticket für die Endrunde löste. 
 

In einer recht ausgeglichen dritten Gruppe waren es Peter Kelm (Billard Bianco Dieburg) und Ahmet Göcer (PC Babenhausen) denen der direkte Sprung ins Finale glückte. Göcers Vereinskollege Matthias Metz benötigte zwar einige Spiele mehr, doch schaffte auch er zu später Stunde den Sprung in das Finale. Ebenfalls fünf Partien hatte auch Thomas Luther hinter sich zu bringen, ehe er als zweiter Spieler des Gastgebers die Vorrunde heil überstand. 

Noch besser für die Gastgeber lief es dann am Sonntagmorgen in der letzten Qualifikationsgruppe. Marco Straub stand nach zwei Siegen dem Altmeister des hessischen Billardsports, Christophe Creter, gegenüber.
Creter, der an diesem Tag nicht sein gewohnt starkes Billard zeigen konnte, hatte große Mühe mit dem Landesligisten und zog nach einem Fehler beim Stande von 3:3 sogar letztlich den Kürzeren.
Auf der Verliererseite setzten sich Horst Leimeister (BV Schierstein) und Zekeriya Yelbuz (BC Hanau) durch. Für den größten Paukenschlag aller Vorgruppen sorgte vielleicht Patrick Simard. Der in der Kreisliga für den PBV Hochheim agierende Simard ließ sich nicht von großen Namen beeindrucken, gab kein Match ab und zog damit als 16ter Spieler ins Finale ein. 

In der Finalrunde am Sonntagmittag waren die Tage der Überraschungsspieler dann zunächst einmal gezählt. Schon nach der ersten Runde konnten sowohl der junge Phil Merz, als auch gleich drei der vier Hochheimer ihre Koffer packen und die Heimreise antreten. Spannend ging es in dieser Runde jedoch auf anderen Tischen zu. Christoph Möhringer führte schnell mit 3:0 gegen Zeki Yelbuz und schien zu dominieren, doch schaffte es der Hanauer, das Spiel zu drehen und gewann alle folgenden Racks bis zum 6:3-Endstand.
Richtig eng wurde es zwischen Michael Scheffler und Ahmet Göcer, so wie beim Match von Peter Kelm gegen Thomas Luther. An beiden Tischen ging es hin und her und es war nicht auszumachen, wer die jeweilige Platte als Sieger verlassen wird. Bei Luther schlich sich dann aber der Fehlerteufel ein, was vom erfahrenen Kelm postwendend bestraft wurde. Ähnlich verlief es beim anderen Spiel, wo es Scheffler war, der am Ende mit 6:4 die Oberhand behielt. 

Noch dramatischer wurde es im Viertelfinale. Einzig Marco Schmidt, der schon in der ersten Runde mit 6:1 gewann, machte kurzen Prozess und ließ Christian Fachinger beim 6:0 nicht wirklich eine Chance.
Christian Maxeiner und Michael Scheffler lieferten sich einen harten, aber fairen Fight. Nach nicht gerade optimal laufenden Breaks waren gleich mehrere Racks von langen Taktikschlachten geprägt, die beide Spieler mit eine gesunden Portion Humor nahmen und so den Zuschauern viel Freude bereiteten.
Nach Ausnutzung der vollen Distanz gelang es dann Scheffler, die entscheidende Acht zum 6:5 in der Tasche zu versenken.
Wie schon in seinem ersten Finalmatch startete Yelbuz gegen Kelm eine unglaubliche Aufholjagd. Trotz eines 0:4 Rückstands kämpfte er sich erneut heran und setzte Kelm sogar unter Druck. Nach einem fairen und Respekt zollenden Abklatschen beim Stand von 5:5, war es Yelbuz der sich hauchdünn durchsetzte.
Mario Mahler, der letzte Lokalmatador, hatte es mit Bernd Jungmann zu tun. Jungmann legte los wie die Feuerwehr und zeigte Pool vom feinsten.
Drei An/Aus Partien in Folge ließen ihn wie den sicheren Sieger aussehen, ehe sein Spiel einen Riss bekam und Mahler nicht nur Morgenluft schnupperte, sondern sogar die Partie noch mit 6:4 für sich entscheiden konnte. 

Nicht ganz so nervenaufreibend verliefen die Halbfinals. Marco Schmidt, der nach seinem 6:0 lange auf den Gegner warten musste, gelang es nicht an seine vorherigen Leistungen anzuknüpfen und hatte mit 4:7 das Nachsehen gegen einen immer noch konzentriert agierenden Scheffler. Ein ruhiges und souveränes Spiel brachte Yelbuz gegen Mahler auf den Tisch. Yelbuz, der stets ruhig und hoch konzentriert wirkte, machte nur wenige Fehler und setzte sich verdient mit 7:3 durch. 

Zu später Stunde hieß das Finale also Michael Scheffler gegen Zeki Yelbuz. Für beide Spieler war es bereits die neunte Partie im Laufe des Turniers. Besonders war dies Yelbuz anzumerken, da dieser in der letzten Vorrundegruppe am Sonntag antrat und somit zu Beginn des Finals bereits über zehn Stunden Turnier am Stück in den Knochen hatte. 
Scheffler hingegen war erst mittags im Vereinsheim des PBV Hochheim eingetroffen und hatte dadurch eventuell einen Vorteil. Nichts desto trotz zeigten beide Spieler, dass sie verdient im Finale standen und den Sieg wollten. Nach etwas über einer Stunde Spielzeit war es dann Michael Scheffler, der mit 7:4 den zweiten 8-Ball Hessencup der Saison als verdienter Sieger beendete und den Sportförderpreis des Siegers in Empfang nehmen durfte. 

An beiden Tagen war in den Räumlichkeiten des PBV Hochheim Billardsport auf gutem Niveau in gemütlicher Atmosphäre zu bewundern, was Ausrichtern und Teilnehmern sichtlich viel Freude bereitete.
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 6. Januar 2009 )
 
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